Blitzbesuch in Lanzhou: Zwischen dualer Bildung und dem Gelben Fluss
Manche Reisen sind kurz, aber hinterlassen intensive Eindrücke. Genau das trifft auf meinen jüngsten Abstecher nach Lanzhou zu, einer pulsierenden Metropole im Herzen Chinas. Der Anlass war eine besondere Aufgabe: die Durchführung einer Lehrerweiterbildung.
Mission: Das deutsche duale System in China
Meine Hauptaufgabe war der Auftakt einer 18-tägigen Schulungsreihe für rund 50 Lehrkräfte aus verschiedenen chinesischen Berufsschulen. Alle Teilnehmer kamen aus dem Kfz-Bereich – eine Branche, die wie kaum eine andere von praxisnaher Ausbildung profitiert. Mein Part war es, am ersten Tag eine umfassende Einführung in das deutsche duale Bildungssystem zu geben. Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, wie groß das internationale Interesse an unserem Ausbildungsmodell ist.
Die folgenden 17 Tage des Programms bauen auf dieser Grundlage auf und kombinieren weitere pädagogische Inhalte mit Fachtheorie und technischen Workshops. Es war eine Freude zu erleben, mit wie viel Interesse und Engagement die Lehrkräfte bei der Sache waren. Die Neugier und die Bereitschaft, neue Konzepte zu diskutieren, schufen von Anfang an eine unglaublich positive und produktive Lernatmosphäre.
Ein Abend in der 4-Millionen-Metropole
Wie so oft bei Dienstreisen war die Zeit für Sightseeing knapp bemessen. Dennoch wollte ich es mir nicht nehmen lassen, zumindest einen kurzen Blick auf die Stadt zu werfen. Nach einer rund einstündigen Autofahrt von der Schule erreichten wir das Zentrum von Lanzhou.
Lanzhou ist mit seinen etwa vier Millionen Einwohnern nicht nur eine beeindruckende Großstadt, sondern auch von großer geostrategischer Bedeutung als wichtiger Verkehrsknotenpunkt entlang der historischen Seidenstraße. Diesen Puls der Stadt spürt man sofort. Besonders eindrücklich war der Abend am Ufer des Gelben Flusses, der majestätisch durch die Stadt fließt.
Auf dem „Night Market“ herrschte ein unglaubliches Gedränge. Tausende von Menschen waren unterwegs, genossen die laue Abendluft, probierten lokale Spezialitäten und schlenderten durch die Gassen. Direkt am Flussufer bot sich ein ähnliches Bild: Überall saßen Menschen entspannt zusammen, redeten, lachten und tranken ein Bier – eine wunderbar lebendige und gelassene Atmosphäre, die einen perfekten Kontrast zum intensiven Arbeitstag bot.
Dieser kurze Ausflug war die perfekte Abrundung einer gelungenen Dienstreise – eine tolle Mischung aus fachlichem Austausch und dem Eintauchen in eine andere Kultur.
