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Lockdown in Shanghai

Leider ist es im Moment nicht möglich, in die Stadt zu fahren und Fotos zu machen. Ich kann nur vom Fenster aus auf unseren Hinterhof schauen und das gerade jetzt schöner werdende Wetter sehnsüchtig betrachten. Was sonst immer selbstverständlich ist, kann nicht mehr wahrgenommen werden und ich muss warten, bis alles wieder geöffnet wird.

Jeden Tag machen wir einen Corona Test, einmal draußen im Hof der Community und dann wieder einen Selbsttest drinnen in der Wohnung. Bisher alles negativ. Jeder hat schon Angst, dass einer der Leute in unserer Community postitiv ist, denn dass bedeutet, dass für uns der Lockdown noch länger wird. Wir wissen nur, dass es dann noch länger wird, aber nicht, wie lange es dauert. Es gibt keine klaren Aussagen darüber. Heute ist der 10.04.2022 und wir sind seit dem 01.042022 im Lockdown.

Jeder weiß hier, dass in der westlichen Welt wieder alles geöffnet worden ist und viele beschweren sich über die Maßnahmen. Oft gibt es nicht die gewünschten Nahrungsmittel und meine Frau klickt den ganzen Tag auf die APPs von den Lebensmittelgeschäften, die Sachen ausliefern, stundenlang, aber zu 99,9% ohne Erfolg. Einkaufsgemeinschaften etablieren sich in der Community und kaufen zusammen große Mengen ein. Das motiviert die verbliebenen Geschäfte, doch mal vorbeizuschauen und was auszuliefern. Letztendlich ist es aber jammern auf hohem Niveau. Jeder hat genug zu essen und keiner muss hungern. Es ist eher das Gefühl nicht das machen zu können, was man sonst kann. Die Freiheit ist eingeschränkt.

Aber unabhängig davon, wie man die Situation bewertet, zeigt sie doch etwas Wichtiges. Heute hatten wir eine Famile im Haus, deren Sohn (10 Jahre alt) Geburtstag hat. Der 10-jährige Geburtstag ist ein wichtiger Geburtstag im Leben eines Chinesen. Der Sohn kann die Wohnung nicht verlassen und bekommt auch kein Geschenk. Der Vater beschließt also, sein Lieblingsessen vorzubereiten. Chicken Wings mit Cola. Chicken Wings sind im Gefrierfach, Cola fehlt. Also sendet der Vater einen Aufruf in der Community, die inzwischen eine Chat Gruppe hat. Sofort meldet sich ein Bewohner und bietet eine Flasche Cola an. Andere melden sich und möchten einen Kuchen backen und wollen auch mit unterstützen. Nachbarn, die sich wahrscheinlich die letzten 5 Jahre kaum oder nie getroffen und unterhalten haben helfen einander.

Vielleicht kommt das eigentlich-menschliche nur in schlechten Zeiten zum Vorschein und nicht in guten Zeiten. Solange jeder damit beschäftigt war, möglichst viel Geld zu verdienen, haben wir das nie erlebt. Also habe ich entschieden, dass ich etwas traurig sein möchte, dass ich nach der Öffnung wieder viel glücklicher sein kann.

Fotos gibt es jetzt wenig. Nur der schöne blaue Himmel, der immer noch da ist und auf mich wartet.

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